Wie das Mädchen zum Auto kam
Es war einmal ein Mädchen, das lebte alleine mit seiner Mutter in einem kleinen Hexenhaus fast mitten im Wald. Eigentlich ließ sich nichts besonderes an dem Haus finden. Das Hexenhäuschen stand jedoch so weit entfernt von jeglicher Zivilisation, dass man die Adresse des Hexenhauses nicht mal in Google Earth finden konnte. Zwar fand das Mädchen den Weg nach Hause auch ohne Google, jedoch war der tägliche Weg zur Schule und zurück ein langer und beschwerlicher. Da das junge Ding nicht so recht zufrieden mit dieser Sachlage war, beschloss es nach Möglichkeiten zu suchen, die Distanz der zwei Welten zu verringern. In der Schule war sie stets gut in Physik, daher beschäftigte sie sich eingehend mit Albert Einsteins Relativitätstheorie. Sie las von schwarzen und Wurmlöchern, die kamen ihr gerade recht. Um die Distanz zweier auf einer Geraden befindlichen Punkte zu verringern, wollte es durch ein Wurmloch eine Art Abkürzung nehmen. Da würden ihre Freunde staunen. Tatsächlich. Sie staunten nicht schlecht, als das Mädchen von seiner Idee berichtete und kurz darauf ein im Wald gefundenes Moped anschleppte. Als seine Freunde es vorsichtig darauf ansprachen entgegnete es, es brauche ja erst einmal genügend Energie um ein Wurmloch herzustellen. Die Idee sei nicht schlecht, lobten die Freunde, doch sei ein Moped bestimmt zu schwach für eine solche Energieleistung. Das Mädchen kam den Bedenken der Freunde schnell nach und fand ein passendes Auto im Wald. Vielleicht war es ja dort vom Laster gefallen... . Das Mädchen parkte das Auto im Vorgarten des Hexenhäuschens um es dort an verschiedene, selbstgebastelte Wurmlochgeneratoren anzuschließen. Einige Bastelanleitungen hatte es bei „Fun Factory“ auf RTL2 gesehen. Nun wollte es probieren, ob sie auch wirklich, wie im Fernsehen gezeigt, funktionierten. Es schloss das Auto also vorbildlich an ihre Generatoren an und startete den Automotor. Es passierte – nichts. Es startete den Motor erneut – wieder nichts. Es drehte den Schlüssel zurück, trat die Kupplung, dreht den Schlüssen wieder herum, der Motor sprang an und während es sich nach dem Wurmlochgeneratoren umsah, verharkte sich ihr Laptop hinter dem Schalthebel. Das Auto machte einen Satz und das Mädchen eilte in einem Höllentempo, mit Schrittgeschwindigkeit, den Berg hinab. Zwischenzeitlich schaltete das Fahrzeug wie automatisch in weitere Gänge, wodurch das Mädchen immer weiter an Fahrt gewann. Irgendwann flog es mit 120 Sachen über die Felder gen Schule. Das war zwar keine Abkürzung der Strecke, aber eine Abkürzung der Zeit. Dem Mädchen machte die Sache allmählich Spaß und es begann zu lenken und Kurven zu fahren. So war es ihm sogar möglich nicht nur die Zeit abzukürzen, sondern auch den Weg. Das war schon eine feine Sache und viel weniger aufwändig als ein Wurmloch zu generieren. Auch wenn das Mädchen ohne Wurmlochgenerator in der Schule ankam, seine Freunde staunten trotzdem nicht schlecht. Denn das Mädchen hatte alle seine Wünsche erfüllt.