Tomas ist nur sein Pseudonym. Eigentlich gehört Tomas zur Klasse der Reptilien, genauer zu den sogenannten Wurmzünglern. Er ist ein Chamäleon. Doch Tomas ist nicht gleich Tomas, Reptil nicht gleich Reptil, Wurmzüngler nicht gleich Wurmzüngler, und Chamäleon nicht gleich Chamäleon. Tomas ist Mitglied einer Gruppierung, den „pulchellus caput“, den „schönen Köpfen“. Sozusagen den schicken Fiffis, den Punkern unter den Chamäleons.
Sie wechseln so oft ihre Haarpracht wie andere Chamäleons ihre Unterwäsche. Und Chamäleons wechseln oft ihre Unterwäsche.
Die Schönköpfigen stoßen aufgrund ihres außergewöhnlichen Phänotyps häufig auf Unverständnis seitens der „canus caput“, den „grauen Köpfen“. Diese Gruppe der Wurmzüngler stellt die größte und mächtigste Partei innerhalb des chamäleonischen Herrschaftssystems dar. Sie sind grau und weise. Und leicht konservativ.
Häufig versuchen sie auf die „pulchellus caput“ einzuwirken, damit diese ihre obszöne Haarpracht (caliandrum) den antiquierten Vorstellungen der „canus caput“ anpassen. Sie glauben, ein Chamäleon sollte sich nicht zu auffällig kleiden, denn Wurmzüngler sollten sich vor ihren Feinden tarnen und nicht diese anlocken.
Der tatsächliche Sinn des „caliandrum“ liegt jedoch in der gesteigerten Fortpflanzungswahrscheinlichkeit, da die weiblichen Wurmzüngler eher auf sie aufmerksam werden als auf die „canus caput“. Da diese neidisch und eifersüchtig sind, drohen sie den „pulchellus caput“ oft sogar mit Enterbung.
„Das ist Evolution“, sagt Tomas. Um seine Chancen weiter zu verbessern, hat er jetzt sogar den Führerschein gemacht. Die Mädels werden Augen machen!